Das Vierbundsystem
(4BS) beruht auf einer Einschränkung der möglichen
Startpunkte von Phrasen zugunsten eines visuellen Bezugssystems.
Die daraus resultierenden
Muster sind dann sehr einfach auf wechselnde Akkordverbindungen
übertragtragbar und bringen uns rasch in die "richtige
Lage" am Griffbrett.
Mit "richtiger
Lage" meine ich den passenden Durtonleiter-Fingersatz
(DTF) der entsprechenden II-V-I Verbindung (z.B.: C-DTF bei
Dm7-G7nach Cmaj7 oder Bb-DTF bei Am7b5-D7b9 nach Gm7).
Das 4BS ist also
nicht nur Ausgangspunkt unserer lines, sondern führt
uns auch in den DTF zurück.
Außerdem
behandelt es jede Abweichung vom DTF als "Vierbund-Verschiebung"
und nicht als gesonderte Skala.
Mit
anderen Worten : Nicht
die Skala wird gespeichert, sondern die in diesem Moment stattfindende
Fingersatzabweichung vom DTF wird als nun verschiebbares Muster
erkannt.
Das 4BS beschränkt
sich auf vier spezielle Bünde, die als Startpunkte der
Phrasen der jeweiligen II-V-I Verbindung dienen.
Dies entspricht
übrigens auch der Anzahl der Finger, die am Griffbrett
zum Einsatz kommen (tapping-Techniken ausgenommen).
Sowohl die voicings
der Akkordverbindungen als auch die Startpunkte unserer lines
liegen pro II-V-I Verbindung innerhalb dieser vier Bünde.
Da Bassvoicings
von der E-Saite und von der A-Saite aus möglich
sind, werden die einzelnen Saiten zur besseren Unterscheidung
mit römischen Ziffern bezeichnet.
I =
tiefste Saite
II =
nächst höhere
III =
nächst höhere
IV =
höchste Saite
Die darauf folgende
Nummer (1, 2, 3,4) bezieht sich auf den jeweiligen Bund im
4BS und nicht auf den Bund des Griffbretts.
Die Startpunkte
der Linien liegen innerhalb der jeweiligen 4 Bünde.
Chords und lines
bilden eine Einheit. Für das Auge entsteht ein einprägsames
Bezugssystem, wodurch auch schnelle II-V-I Verschiebungen,
wie sie im Jazz gerne vorkommen, leichter zu bewältigen
sind.
Sämtliche
halbtaktige oder ganztaktige Phrasen beziehen sich auf die
Verbindung Dm7-G7 nach C-maj und auf die verwandte Mollprogression
Bm7b5-E7b9 nach A-min.
(Robert Riegler)
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